Israel nimmt die Schöpfungsvorstellungen seiner Umwelt auf, um seinen
Glauben an den Schöpfergott zu formulieren. So finden wir in der
Schöpfungsgeschichte der Priesterschrift (Gen 1,1-2,4a) Abhängigkeiten
von ägyptischen Traditionen, die schon eine vorexilische Priesterlehre
beeinflußt haben. Hier ist insbesondere das sogenannte Denkmal
memphitischer Theologie zu nennen, das wahrscheinlich aus der Zeit des
Alten Reiches stammt (die Zeit der großen Pyramiden, 2800-2300 v.Chr.).
Auch darin ist die Rede von einer Schöpfung durch das Wort und der Ruhe
bzw. der Zufriedenheit des Gottes Ptah.
Diese Priesterlehre wurde dann in der Zeit des Exils unter dem Einfluß
babylonischer Mythen in die jetzige Gestalt gebracht. So beschreibt insbesondere
das Enuma-Elisch-Epos ein ursprüngliches Wasserchaos, in das die Welt
hineingeschaffen wird, der Himmelsozean wird auch hier durch ein Firmament
abgeschlossen. Die Gestirne werden zur Bestimmung der Zeiten geschaffen, der
Mensch zur Arbeit und zum Dienst für die Götter.
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